Burgenmuster

Sodenberg

Ort:Morlesau
Landkreis:Bad Kissingen
Bezirk:Unterfranken
Erbaut:1393 erstmals erwähnt
Grundriß in:Kunstdkm. von Bayern, Unterfranken, Bd. 15, S.18
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https://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Sodenberg


grundriss

lage

pfarreiengemeinschaft
Der Sodenberg (früher Schottenberg oder Kiliansberg) ist ein erloschener Vulkan auf dem Gebiet der Stadt Hammelburg im Landkreis Bad Kissingen und mit 481 m der höchste Berg der Vorderen Rhön im Naturpark Bayerische Rhön. Er soll einst eine germanische Opferstätte gewesen sein. Um das Jahr 680 hat der Frankenapostel Kilian mit seinen Gefährten Kolonat und Totnan hier ein Kreuz aufgerichtet. In der ehemaligen Burg Kilianstein auf dem Sodenberg hat Götz von Berlichingen seine Junkerjahre bei seinem Onkel Neidhard von Thüngen verbracht. 1525 hielt die Burg einem Ansturm aufständischer Bauern stand.

Auf der Sodenburg hauste damals der tatendurstige Ritter Fritz von Thüngen, der mit seiner Sippe von allem Anfang an den Bauern schärfstens entgegentrat. Er ließ die Schutzwehren seiner Feste verstärken und versorgte sich mit Lebensmitteln, die er den Bauern der Umgebung wegnahm.
Wie mit Nahrung, so suchte sich der Burgherr auch mit Schießbedarf einzudecken. Die Bauern bewachten jedoch scharf die Zufahrtswege zum Sodenberg. Mitte Mai nahm die Besatzung des Burggutes unterhalb Saaleck einen Fuhrmann gefangen, "so von Hammelburg herausgezogen und seinen Weg auf das Schloß Sodenberg nehmen wollen" Einige Tage später kam "das Geschrei gen Euerdorf, wie ihr Bruder einer von den Saaleckischen gefangen worden." Das Ersuchen um Aufklärung beantworteten die Saalecker:"Daß wir einen Karren gehemmt, welcher von Hammelburg ausgangen und bezahlt von den zu Sodenberg und gewollt hat uf den Sodenberg, uf welchem ist gewesen Schwefel und Pech, Eisen und Blech. Und haben härtiglich gehandelt gegen die von Hammelburg, dann uns groß Beschwer, unseren Feinden solches zuzusenden" (17.Mai)
Mittlerweile hatten noch andere Glieder der thüngischen Familie und etliche derer von Hutten auf der Sodenburg Zuflucht gesucht. Und mit dem Bewußtsein ihrer Stärke erhöhte sich die Unternehmungslust der Ritter und ihrer Soldknechte. Not und Tod trugen sie in die Siedlungen des unteren Saalegrundes. So meldeten die Gemündener, daß in der Sodenburg "der Reisigen uf 200 seien und haben gestern zwen Männer zu Gräfendorf erstochen und zwen hart verwundet...Nun schicken die armen Leut heftig aus um Hildf, dann die Reisigen seind heut am Morgen uf Weiersfeld geritten, haben sich lassen hören, die Dörfer im selbigen Grund alle zu verbrennen, haben auch Michelau gebrandschatzt..." Auch zwischen dem Reussenberg und Sodenberg verbluteten einige Bauern unter den Spießen ihrer Gegner.
Auf diese Hilferufe hin eilte noch am Abend des 22.Mai eine Hammelburger Abteilung in die bedrängte Gegend. Die Bauerhauptleute aber beschlossen, den verhaßten Sodenberger Edelsitz zu erstürmen und dem Erdboden gleichzumachen.
Am Montag den 24.Mai zogen die Bauernhaufen von Euerdorf und Hammelburg vor die gut verwahrte Feste und begannen die Belagerung. Am gleichen Tag meldeten sie dies den Umwohnern und ersuchten um Hilfe, haben aber ein gering Volk davor, derhalben zu besorgen, daß sie nit überfallen werden, wodurch wie alle an Leib und Gut Schaden nehmen.
Am nächsten Tag ging wieder ein Ruf hinaus an die Säumigen, "den Halbteil euerer Mannschaft schickt gen Hammelburg, damit wir unser angefangen Sachen mit der Hilf Gottes vollenden. Unsere Brüder, so den Sodenberg belegt, die schon etlich davor gefangen und Pferd von unsern Feinden erobert haben.
Nun kam ein ziemlicher Zuzug und die Kopfzahl der Belagerer schwoll zu einer beachtlichen Höhe an. Aber es fehlte an Geschütz und auch an einem richtigen Belagerungsplan. Deshalb ersuchten die Anführer am 26.Mai die Neustädter, "einen Verständigen in unseren Rat schicken, der mit uns nach seinem besten Vermögen in angegangener Sach helfen raten. Auch sollt ihr wissen, dass wir den Sodenberg mit 1400 Mannen haben belagert und haben allein an großem Geschoß Mangel". Gleichzeitig wurden auch die Mellrichstädter angegangen, Geschütze und Wägen zu senden, "sonderlich groß Geschütz, dann ohne Geschütz mögen wir nichts ausrichten".
Am 27. Mai forderten die Belagerer die Eingeschlossenen zur Übergabe auf. "Wo ihr das Schloß uns überbeben und zu uns in unsere Versammlung und Bruderschaft, wie andere vom Adel getan, verpflichten wollet, sein wir erbötig, euch dermaßen anzunehmen. Wo aber dem keine Folg geschehen macht, wollen wir .... die eueren weder Leibs noch Guts, es sei jung oder alt, Weib oder Mann, klein oder groß, gestrenglich und ernstlich vurnehmen ... und vollstrecken." Erfolg hatte natürlich diese Aufforderung nicht. Der Kampf ging weiter.
Gegen Ende Mai waren die Schanzen der Bauern dem Schloß ziemlich nahe gerückt, aber das so heiß begehrte große Geschütz ließ auf sich warten. Und so ging erneut ein Hilferuf hinaus, diesmal an den Bildhäuser Haufen. "Wiewohl mit geringer Mannschaft hat uns Gott dermaßen begnadet, daß wir solche Tyrannen nit forchten mögen, sondern Tag und Nacht in Arbeit sind unser Lager dermaßen anzuschlagen, daß wir unser Feinde, so sie sich auf der Schut bloßgeben, mit Handgeschütz erreichen können, doch dem Haus, welchs stark und fest ist, mit unserem Geschütz, das viel zu gering, nichts abbrechen vermugen." Sie baten mit 2 bis 300 Mann und etlichem Hauptgeschütz zu helfen.
Am 30. Mai forderte der Fuldaer Landesherr die bei den belagerern des Sodenbergs sich befindlichen Männer seiner Ämter Hammelburg und Brückenau auf, "bei Vermeidung unserer schweren Ungnad und Straf" heimzukehren. Dieser Befehl sowie ein Gerücht, daß von Schlüchtern her 600 Reisige im Anmarsch seien, bereiteten den Belagerern schwere Sorgen. Sie teilten den Würzburgern am 1. Juni die schwierigen Verhältnisse mit und ersuchten um Leut und Geschoß. "Wo ihr aber das nit tätet, müssten wir mit Schanden wieder abziehen..."
Die Würzburger jedoch waren "des schwäbischen Bundes halben" selbst in großer Sorge. Sie gaben den Rat: "Dieweil ihr das Schloß Sodenberg nichts abbrechen könnt und uns die Not auf dem Hals liegt" die Belagerung aufzuheben und sich ihnen anzuschließen. Auf eine abermalige Bitte hin rieten die Würzberger unterm 3. Juni jedoch auszuhalten. "Dann sollt ihr abziehen, besorgen wir, die Reisigen möchten euch im Abziehen und nachfolgend mit Brand und Mord, Land und Leut schädigen." Die Karlstadter dagegem meinten am selben Tag, wenn es nicht anders ginge, doch "abzuweichen, uf daß die letzten Ding nit ärger dann die ersten würden".
Da am 4. Juni noch eine Absage der Mellrichstädter einlief und gleichzeitig die Gemündener schrieben, vor den zu Steinau und Schlüchtern gesichteten 600 Reisigen auf der Hut zu sein, entfiel den Bauern der Mut. In der Nacht zum 5. Juni hoben sie die Belagerung des Sodenberger Schlosses auf und zogen sich, ohne verfolgt zu werden, zurück. Und damit war der eigentlicht Krieg für das Hammelburger Gebiet beendet.
(Quelle: Chronik der Stadt Hammelburg)
1608 wurde sie an die Universität Würzburg verpfändet und ab 1660 wurde die Burg nicht mehr bewohnt und verfiel.
Von 1904 bis 1958 wurde auf der Spitze des Sodenberges (damals ca. 20 m höher) Basalt abgebaut; dem dadurch entstandenen Krater fiel auch die Burgruine zum Opfer; übrig blieb nur die Kreuzkapelle. Zeitweise bis zu 200 Arbeiter aus der näheren Umgebung fanden im Basaltwerk Arbeit und Brot.
Heute ist der Sodenberg ein beliebtes Ausflugsziel mit schönen Wanderwegen rund um den ehemals 70 m tiefen Krater und dem Basaltkegel. An der Stelle des früheren Friedhofs, steht die Kreuzkapelle, an der jährlich am Pfingstmontag von der Pfarrei Wolfsmünster ein Gottesdienst gefeiert wird, zu dem mehrere hundert Gläubige aus dem ganzen Umkreis pilgern. Das heilige Kreuz auf dem Sodenberg galt schon seit urdenklichen Zeiten als ehrwürdiges Gnadenbild. Das heutige Sandsteinkreuz ließ Philipp von Thüngen im Jahre 1515 errichten. Im Jahre 1892 wurde das Kreuz mit einer schlichten Waldkapelle überdacht.
Die Verehrung des heiligen Kreuzes auf dem Sodenberg dürfte bis in die Zeit der Bauernkriege zurückreichen. Der Höhepunkt der Wallfahrtsverehrung lag in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Es entstand eine Kreuzpflege Sodenberg durch Spenden und Opfergelder, die von der Pfarrei Wolfsmünster verwaltet wurde. Mit diesen Geldern wurden notleidende Familien, Gemeinden und Städte unterstützt und diese Kreuzpflege muss eine sehr segensreiche Institution für die damals sehr ärmliche Gegend gewesen sein