1438, Bischof Johann belagert den Reußenberg vergebens

Die Streitereien der von Thüngen mit dem Fürstbistum dauerten jedoch an. Am 28. 1. 1438 verurteilte der Bischof Eberhard und Engelhard von Thüngen auf dem herzoglichen Landgericht zur Rückgabe aller geraubten Güter.

Um den Kriegszug finanzieren zu können, versetzte er die Stadt Ochsenfurt für 6300 Gulden an die Deutschmeister in Mergentheim und erließ folgendes Aufgebot:

»Liebe Getreue! Wir sind entschlossen, den Gewalttaten, welche sich die Herren von Thüngen seither gegen unsere Untertanen erlaubt haben, ernstlich entgegen zu treten. Wir begehren deshalb von euch, daß von jeder Ortschaft die Hälfte der Bewohner am 16. August in Haßfurt zusammentreffen, wohlgerüstet mit Büchsen und Armbrüsten und anderen Waffen und Belagerungsgeräten. Dadurch sind wir euch zu Dank verpflichtet, wenn ihr aber nicht erscheinen würdet, könnten wir das nicht ungerechtfertigt lassen.

Gegeben zu Haßfurt am 8. August 1438.«

Am 27. 8. erschien der Bischof mit 1000 Reitern und 3000 Mann Fußvolk vor dem Reußenberg und belagerte die Burg. Die beiden Kemenaten der Befestigung wurden vollständig zerstört. Am 28. Tag der Belagerung lief das Fußvolk des Bischofs Sturm auf die Burg, wurde jedoch blutig zurückgeschlagen, auch die von Thüngenschen hatten große Verluste. Kunz von Thüngen wurde selbst getötet. Hätte die Belagerung noch einen Tag länger gedauert, hätte sich die Burg ergeben. Neben vielen Knechten wurde auch der Ritter Albrecht Truchseß getötet. Sechs Tage nach dem mißglückten Sturm gab der Bischof die Belagerung auf, die Pest war unter seinen Leuten ausgebrochen. Die auf des Bischofs Seite stehenden Adeligen ließen sich ihre Dienste gleich an Ort und Stelle bezahlen. So mußte der Bischof an Konrad von Laubenberg, Heinz Zobel und Jobst von Rotenhan einige Lehen bestätigen.

Die Herren von Hirshorn befehden den Bischof wegen nicht bezahlter Schulden

Die Kriegszüge des Bischofs kosteten natürlich Geld und dies lieh er sich von Adeligen, die welches hatten. Bereits im Jahre 1435 verlangten die Herren von Hirshorn 15 000 Gulden entliehenen Kapitals plus 1000 Gulden Jahreszinsen zurück. Zu Ostern 1438 versprach Bischof Johann, die Zinsen pünktlich zu zahlen und für die entstandenen Unkosten 6000 Gulden zu hinterlegen. Das Versprechen wurde jedoch nicht erfüllt und die Hirshorner sandten dem Bischof folgenden Fehde - und Anklagebrief zu: »Gnädiger Herr, Herr Johann Bischof zu Würzburg. Nachdem ihr euer uns zu Rotingen gemachtes Versprechen nicht gehalten und uns deshalb großen Schaden gebracht habt, sehen wir uns genötigt, euch die Fehde auszusprechen.«