Bischof Gerhard hatte also den Reußenberg vergeblich belagert und so setzten die von Thüngen ihre räuberischen Aktionen im Gebiet des Fürstbistums fort und schädigten besonders die Herren Johann von Eisenburg und Ulrich von Hanau. Der Bischof klagte deshalb Dietz von Thüngen des Landfriedensbruches an und brachte es so weit, daß die Strafe der Exekution an ihm vollzogen werden sollte. Der Erzbischof Konrad von Mainz brachte am 2. 4. 1393 zwischen den verfeindeten Parteien einen gütlichen Vergleich zustande. Die von Thüngen mußten dem Stift Würzburg mehrere ihrer Güter als Lehen übertragen, ihr Schloß Kilianstein, auch Schotenberg oder Sotenberg genannt, um 200 Gulden abtreten und brieflich geloben, ihre alten Verträge mit dem Stift in Zukunft treu einzuhalten. Würzburg hatte also jetzt die Burg auf dem Sodenberg und konnte von dort aus in die nahegelegene Reußenburg so gut wie hineinschauen.
Bischof Gerhard erobert die Burg Kilianstein
Dietz von Thüngen und seine Mannen ließen sich aber durch den 1393 abgeschlossenen Vertrag mit- dem Bischof nicht davon abhalten, ihre räuberischen Oberfälle einzustellen, sondern trieben es noch ärger als zuvor. Was mit der Reußenburg nicht gelang, klappte bei der strategisch viel günstiger gelegenen Kilianstein und sie wurde erobert. Am 5. 3. 1393 wurde die Burg den Rittern Reinhard Vogt und Ludwig und Fritz von Hutten um 2000 Gulden überlassen, unter der Bedingung, daß sie noch 1000 Gulden auf den Ausbau der Burg verwenden sollten. Die beiden Thüngen -Burgen Reußenberg und Kilianstein waren damals im ganzen Lande so berüchtigt, daß anläßlich der Zerstörung des schwäbischen Raubschlosses Hohenkrähen der Kilianstein auf dem Sodenberg erwähnt wird:
·Hüt' dich du Frankenland,
Du hast auch solch ein Schloß,
Das ein' will ich dir nennen,
Der Sodenberg ist es genannt,
Man tut ihn wohl erkennen,
Er liegt im Frankenland.
Der andern will ich geschweigen -...«