Ruine Botenlauben

Gemeinde: Bad Kissingen/Reiterswiesen
Landkreis: Bad Kissingen
Grundriß in:  
Erbaut: ca 1180

Ein Minnesänger als Burgherr

Die Gipfelburg Bodenlaube thronte einst von einer hohen Ringmauer, Wall und Graben umgeben auf einer Anhöhe südöstlich von Bad Kissingen. Der bekannteste Burgherr war der Minnesänger Otto I. von Henneberg-Botenlauben (um 1175-1244), der die Burg 1190 erbte und sich der Mode seiner Zeit entsprechend nach ihr benannte. Er lebte dort mit seiner Frau Beatrix, einer Tochter des Vizekönigs von Jerusalem, die er als Kreuzfahrer geheiratet hatte.

Burg Botenlaube entstand vermutlich nach 1151, nachdem Ottos Vorfahren, die Henneberger Grafen, in den Besitz verschiedener Lehen und wohl auch des Burgbaurechtes gelangt waren.

Umbauten und Besitzerwechsel

Auf die Errichtung eines Turms mit Wohnhaus in der Mitte des 12. Jahrhunderts folgten zahlreiche Neu- und Umbauten. Unter Poppo VI. von Henneberg (1159-1190) entstand das Hauptgebäude (Palas) und Wohnungen für die Burgleute. Otto I. von Botenlauben ließ Gebäude in der Südburg, Pferdeställe, ein Zugbrückenhaus und das Torhaus der Vorburg errichten. Otto bewohnte Bodenlaube bis zur Gründung des Klosters Frauenroth wenige Jahre vor seinem Tod, dann übergab er sie dem Hochstift Würzburg. Die Würzburger Fürstbischöfe vergaben die Burg als Lehen oder Pfand, ab 1521 wurde sie würzburgischer Amtssitz. Ihr Gesicht veränderte nicht nur durch Umbauten, sondern auch durch die Verwüstung in einer Fehde Ende des 14. Jahrhunderts.

Untergang im Bauernkrieg

Während des Bauernkriegs 1525 gehörte Bodenlaube einem Lehnsmann des Würzburger Bischofs, der sie zunächst gegen den Auraer Haufen verteidigen konnte. Dass die Gipfelburg schließlich doch eingenommen wurde, geht der Sage nach auf die Mithilfe eines verräterischen Koches zurück. Bodenlaube wurde zerstört und nicht wieder aufgebaut.

1840 wurde in der Nähe der Ruine ein Wirtschaftsgebäude errichtet, wo Abbildungen an Otto von Botenlauben und Beatrix erinnerten. Heute sind von der Burg noch die Reste zweier Bergfriede, Wall, Graben und Umfassungsmauer erhalten. Festspiele mit Rittern, Sängern und Gauklern erinnern jährlich an die Bedeutung Botenlaubes im Mittelalter.


Links:
http://de.wikipedia.org/wiki/Burgruine_Botenlauben
http://www.rhoen.de/
http://www.rhoenline.de/botenlaube.html