| Gemeinde: | Alzenau |
| Landkreis: | Aschaffenburg |
| Grundriß in: | Kunstdkm. von Bayern, Ufr. Bd.16, S.15 |
| Erbaut: | um 1400 |
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Die Alzenauer Burg liegt nordöstlich auf einem Hügel oberhalb der Stadt.
Das von 1395 bis 1399 im spätgotischen Stil erbaute Schloß diente dem Mainzer Kurfürsten
als Amts- und Verwaltungssitz. Von hier aus wurde das sogenannte Freigericht regiert.
Die Anlage umschreibt annähernd ein Oval, das in einen großen, von Mauern umgebenen Vorhof
und die Innere Burg mit innerem Burghof und Palas gegliedert ist.
Der Vorhof umfasste den sogenannten Wirtschaftshof, in dem sich heute
die Gebäude des Amtsgerichts befinden.
In die Innere Burg gelangt man über eine Holztreppe, die bei Feindangriff abgebrochen werden konnte.
Der Innere Burghof besitzt an der Nordostseite eine 14 Meter hohe Mantelmauer,
auch der übrige Bering ist entsprechend verstärkt und nach Norden und Süden mit Mauerzügen versehen.
Im Untergeschoss des Palas befanden sich früher die Räume für das Gesinde.
Im Ritterhaus, dem Palas und eigentlichen Teil der Burg, fällt dem Besucher im Rittersaal
im 1. Obergeschoß zuerst ein Korkmodell der Burg aus dem Jahre 1840 ins Auge.
Dieses Modell veranschaulicht sehr gut den baulichen Zustand der Burg vor über 150 Jahren.
Auch gibt es Erläuterungen über die "Kragsteine und die an der Wand verewigte Jahreszahl 1617.
Im darüberliegenden oberen Rittersaal im 2. Obergeschoß befand sich der eigentliche Wohnraum
des Burgherren und seiner Familie.
Beim Anblick des Kamins, des Kapellenerkers (eine Miniaturausgabe einer Burgkapelle und Schmuckstück
dieses Saales), sowie des Küchen- und Aborterkers wird der Besucher in die Zeit der Spätgotik versetzt.
Als "Paradebeispiel deutscher Burgenbaukunst" wird dieser Rittersaal in der Fachliteratur erwähnt.
Auch aus dem 30-jährigen Krieg, gibt es von der Alzenauer Burg eine Geschichte zu erzählen:
Ein Trupp schwedischer Soldaten überfiel in der Silvesternacht 1634 auf 1635 die auf der Burg fröhlich
und ausgiebig zechenden kaiserlichen Offiziere.
Einer Gegenwehr kaum mehr fähig, wurden die Kaiserlichen rasch besiegt und die Burg geplündert.
Nach einer wechselvollen Geschichte, in deren Verlauf die Burg wiederholt verpfändet wurde,
zog 1816 das Königlich Bayerische Landgericht in die Burg ein.
Heute ist dort die Zweigstelle Alzenau des Amtsgerichts Aschaffenburg untergebracht.
Die Sitzungssäle befinden sich in der um 1900 errichteten Unteren Burg.
Bis in die 70er Jahre hinein hielt Burg Alzenau als Ruine einen "Dornröschenschlaf".
Seit der umfassenden Renovierung wird sie in stetig wachsendem Maße sehr erfolgreich
für kulturelle und gesellschaftliche Veranstaltungen genutzt.
An dieser Stelle seien vor allem die Burgfestspiele, AlzenauClassic
sowie die Fränkischen Musiktage im Rahmen des "Musikzaubers Franken" des Bayerischen Rundfunks genannt,
die bereits seit vielen Jahren zu Gast auf der Burg Alzenau sind und landesweite Bedeutung genießen.
Neben dieser Nutzung der Burg als Veranstaltungsort ist Burg Alzenau als "landmark" ein wichtiger
Bestandteil des Kulturrundwegs "Wein und Herrschaft", der im Rahmen der
"European Pathways to Cultural Landscapes" entstanden ist.
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