Ruine Meistersel

Gemeinde: Ramberg
Landkreis: Landau-Bergzabern
Grundriß in: Kunstdenkmäler von Bayern, Pfalz, Bd. 4, S. 324
Erbaut: 1. Hälfte d. 13. Jhdts

Die Felsenburg wurde als "Meistersele" 1100 urkundlich genannt. Die Oberburg ist aber den Formen nach aus der 1. Hälfte des 13. Jhdts.
Zum Anfang des 15. Jhdts wurde die Burg noch einmal erneuert.
In 30 jährigen Krieg wurde Meistersel zerstört.
Die Ringmauer auf dem Fels ist nur 0,8 m stark.

Die Burg Meistersel gehört zu den ältesten Burganlagen der Region. Sie ist schon im 11. Jh. urkundlich nachgewiesen, als nur unwesentlich jünger als der nahe gelegene, aber ungleich bekanntere Trifels. Sie diente als Schutzburg für die wichtige Straße durch das Modenbachtal. Ihr Name wird mit dem Hofamt des Saalmeisters (Meister des Saales = mhd. Meistersel) auf dem Trifels in Verbindung gebracht.

Im 11. Jh. scheint sie im Besitz der Zeizolf-Wolframe gewesen zu sein, eines in unserem Raume bedeutenden Geschlechts aus der salischen Ministerialität. Johann, ein Bischof von Speyer aus dem Hause Zeizolf-Wolfram, übergab die Burg dem Bistum. In staufischer Zeit wurde sie Reichsburg, ein Rittergeschlecht benannte sich nach ihr, das in enger Beziehung zum Trifels stand. 1277 starb das Geschlecht derer von Meistersel aus, die Burg fiel an König Rudolf von Habsburg, der sie an die Grafen von Ochsenstein, einem elsässischen Adelsgeschlecht, weiterverlehnte. Dieses Geschlecht stellte die Reichslandvögte im Elsaß und hatte einigen Besitz in der Pfalz.

Zu Beginn des 14. Jh. wandelte sich der Status der Burg zur Ganerbschaft, d.h. eine mehr oder minder große Anzahl von Mitbesitzern teilte sich den Besitz der Burg. Zuletzt hatte die Burg acht Miteigentümer. Die Ochsensteiner und der Bischof von Speyer besaßen die größten Anteile. Nach dem Aussterben der Ochsensteiner im Jahre 1485 kamen deren Anteile an die Kurpfalz. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Burg zerstört und ist seitdem Ruine.

Die Burgruine liegt in 429 Metern Höhe, 200 Meter über dem Modenbachtal. Sie besteht aus einer Vorburg sowie einer Hauptburg mit westlich vorgelagerter Unterburg. Die Ruine ist z.Z. in keinem guten Zustand und aus Sicherheitsgründen gesperrt.

Der Besucher erreicht vom Waldparkplatz "Drei Buchen" kommend zuerst das nördliche Vorwerk der Burg. Es stammt aus dem 15 Jh.. Die Hauptburg ist durch einen breiten, aus dem Felsen geschlagenen Halsgraben von der Hauptburg getrennt. Der Zuweg führte über eine Brücke in diesen Graben, von der sich noch Pfeilerreste erhalten haben. Vor der vormals doppelten Toranlage steht nur noch das innere Tor, als Zugang zur Unterburg. Von dieser sind nur noch der Keller eines großen Gebäudes und die Umfassungsmauer eines Steingebäudes zu sehen. Weisen Pfostenlöcher auf Anbauten am Felsen und finden sich an der Südspitze Fundamente eines polygonalen Wohnturmes, so sind die größten Teile der Unterburg heute verschwunden. Interessant ist der Burgbrunnen. Er ist vom Burgfelsen der Oberburg aus durch den Felsen getrieben und von beiden Burgzonen, also von der Ober- wie der Unterburg aus zugänglich.

Der Aufstieg zur Oberburg führt über eine sich umbiegende in den Fels geschroteten Treppe, die unterbrochen war. Ein Teilstück war mit einer hölzernen Konstruktion überbaut, die im Kriegsfall zerstört wurde. Der Zugang zur Oberburg führte zudem durch ein "Mannloch", das von einem Mann verteidigt werden konnte.

Die Oberburg weist zwei Ritterhäuser auf. Von dem Südlichen haben sich noch bedeutende Teile erhalten. Kunsthistorisch bedeutsam ist ein gotisches Fenster mit vier gleichhohen Spitzbögen, wie es ansonsten nur noch im Elsaß zu finden ist. Von der Oberburg führt eine Felsentreppe zum Burgbrunnen. In einer Brunnenkammer wurde das Wasser mit einem Tretrad nach oben gezogen. Als zusätzliche Wasserversorgung verfügte die Oberburg über eine Zisterne.

An den Wänden der Gebäude geben Kaminwangen noch Hinweise auf die Heizung, ein sehr gut erhaltener Aborterker hängt an der Außenwand des südlichen Ritterhauses.

Die Nordseite de Oberburg war turmähnlich verstärkt, mit einer dem Angreifer zugewandten Turmspitze, die die anfliegenden Geschosse ablenken sollte.


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