Neideck, Fränkische Schweiz


Gemeinde: Wiesenttal-Streitberg
Landkreis: Forchheim
Grundriß in: Piper, Fig. 588
Erbaut: um 1300




Im "Fränkische Schweiz-Museum" in Tüchersfeld steht ein Modell der Veste Neideck, um 1400 L 2,05 m, B 1, 10 m, H 85 cm, Maßstab 1: 100
Idee Toni Eckert und Gustav Volt, Realisierung Erich Müller

Das Modell zeigt die größte und bedeutendste Burg der Fränkischen Schweiz, die Veste Neideck.
Die Anlage wurde wahrscheinlich Ende des 12 Jhdts. errichtet und bis 1347 von den Schlüsselberg in ihrer vollen Größe ausgebaut. Von 1347 bis zu ihrer Zerstörung im zweiten Markgrafenkrieg 1553 durch Albrecht Alcibiades v. Brandenburg war Neideck bambergischer Amtssitz.
Die Burg gliedert sich in drei Teile, die äußere Vorburg, die innere Vorburg und die Hauptburg.
Die Schildmauer der äußeren Vorburg war 85 m lang und vermutlich etwa 7 m hoch. An der Südostecke war das Eingangstor, mit einem am oberen Rand vorgelagerten, 22 m breiten Graben mit Wall. In der äußeren Vorburg befanden sich die Wirtschaftsgebäude: Der beheizbare Stall mit Gesindewohnungen, der Pferdestall, das Schafhaus, der Schweinestall, das Fischhaus, der Backofen, die Schmiede, das Kellerhaus, das Waschhaus und eine Zisterne.
Der Standort der Kapelle ist reine Vermutung, ihre Existenz auf Neideck allerdings sicher.
Die innere Vorburg wird durch einen 21 m breiten und 50 m langen zweiten Halsgraben abgesichert. Die beiden heute erkennbaren Türme wurden erst zu Beginn des 16. Jhdt. errichtet, fehlen deshalb in dem vorliegenden Modell des Spätmittelalters. In diesem Burgabschnitt standen mindestens drei Kemenaten. Das Tor war von einem Turm abgesichert. Auch in der inneren Vorburg war eine von den Dächern der Kemenaten über Rohrleitungen gespeiste Zisterne.
Über den durchschnittlich etwa 20 m breiten Halsgraben zur Hauptburg führte eine Brücke mit anschließender Zugbrücke zum Torhaus. Der Graben war von zwei mächtigen Zwingermauern mit Wehrgängen flankiert. Die Mauer im Nordwesten hatte eine Schlupfpforte.
In der Hauptburg standen neben dem Bergfried ein viereckiger Wartturm und eine Kemenate. Der Bergfried hat 6m Durchmesser mit 1,5m dicken Mauern.
Die Wasserversorgung stellte ein Brunnen sicher.
Insgesamt weist die Burganlage Ausmaße von 200 m Länge und durchschnittlich 60 m Breite auf. T. E.


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