Veste Coburg 

Gemeinde: Coburg
Landkreis: Coburg
Grundriß in:  
Erbaut: 1225 erstmals erwähnt

Abmessung des Burgplateaus

ca. 260 m x 135 m

Maße des inneren Bergrings

ca. 250 m x 110 m (Umfang ca. 700 m)

Burgfläche

ca. 25.000 m²

Geschoßflächen

ca. 20.000 m²

Dachflächen

ca. 10.000 m²

Mauerstärken

 

Hohes Haus

> 1,8 m

Fürstenbau

> 1,2 m

Ringmauer

> 6,5 m

Abmessung der zweistöckigen
Kelleranlage unter dem
Carl-Eduard-Bau

Länge 40 m
Breite 15 m
Höhe 10 m

 



Abmessung des wohl
Ende des 15. Jahrhunderts
abgerissenen Burgfrieds

Höhenunterschiede

zwischen Grabensohle und
den Spitzen der drei Türme

zwischen Grabensohle und
Mauerkrone der Hohen Bastei

zwischen Grabensohle und
Wehrgang beim Blauen Turm

Mauerhöhen

Bastei Bunter Löwe

Bärenbastei

Ringmauer

Treppen

Anzahl der Stufen

Damit insgesamt
überwundene Höhe

Anzahl der Fenster

Anzahl der Scharten





Durchmesser 13 m
Mauerstärke 5 m
Höhe ca. 25-30 m




ca. 40 m


ca. 31 m


ca. 30 m



12 m

11 m

12 m



1863


312 m

727

236



Besatzungsstärken
Um 1500 In Friedenszeiten ca. 30 Mann mit 10 gerüsteten Pferden. Feste Stellplätze waren für ca. 70 Pferde vorhanden. Zur Erreichung der vollen Verteidigungsfähigkeit muß von einer erheblich größeren Besatzung ausgegangen werden.
Um 1550 Während des Schmalkaldischen Kriegs wird mit einer Besatzung von 200-800 Mann gerechnet.

Während der Belagerung der Veste unter Wallenstein standen dem schwedischen Festungskommandeur, dem Obristen Taupadel, 450 Dragoner, 200 weitere Soldaten sowie Flüchtlinge, insgesamt etwa 800 Verteidiger, zur Verfügung. Diese Besatzungszahl wurde als sehr niedrig angesehen.
Artilleriebewaffnung

Für 1515 werden als Bestückung der Veste angegeben (nach Föhl 1954):
  1 grobes Hauptstück mit 145 Steinkugeln
2 halbe Kartaunen
1 Schlange
5 mittlere Schlangen mit 200 Kugeln
7 Feldschlangen
8 Steinbüchsen mit 528 Steinkugeln
1581 scheint der Bestand auf 69 Stücke gewachsen zu sein (nach Föhl):
  1 große Steinbüchse
1 mittlere Steinbüchse
2 Steinbüchsen unbenannter Größe
1 großer Feuermörser
11 Mörser unbenannter Größe
4 halbe Kartaunen
3 große Quartierschlangen
4 kleine Quartierschlangen
7 Innsbrucker
3 halbe Schlangen
448 Pechkränze
weiterhin: "Böllerlein, Scherpendinlein, Hakenbüchsen und Kammerstücklein"
1604 werden im Inventar angeführt:
  44 Geschütze
1187 Handfeuerwaffen
5299 Geschützkugeln
41291 Gewehrkugeln
514 Granaten
1704 waren immerhin noch vorhanden:
  49 Geschütze
354 Rohre
310 Musketen
 

Wichtige Ereignisse rund um die Veste Coburg

1056 Die polnische Königin Richeza, Tochter Kaiser Ottos II., übereignet ihre Saalfelder und Coburger Güter ihrem Bruder, dem Erzbischof Hermann von Köln.
1075 Auf dem Coberg wird eine Peter-und-Paul-Kirche urkundlich erwähnt.
1126 In einer Bulle des Papstes Honorius II. ist von einem "mons coburg" die Rede.
1225 Erstmals taucht in der Übersetzung einer Urkunde die Bezeichnung "sloss" in Zusammenhang mit Coburg auf.
1248 Der letzte Meranier mit coburgischem Landbesitz wird ermordet. Ihm folgen die hochfreien Grafen von Henneberg.
1353 Die Veste fällt im Erbgang an den Markgrafen Friedrich den Strengen von Meißen (1332-1381) aus dem Hause Wettin.
1387 Die Veste wird unter anderem durch Apel Fuchs, Anton von Bibra und durch die Schaumburger erfolglos belagert. Der auferlegte Schadensersatz wird zum weiteren Ausbau der Veste verwendet.
1395 Erneut wird die Veste ohne Erfolg durch die gleiche Koalition wie 1387 zusammen mit dem Bischof von Würzburg belagert.
1430 Unter dem Eindruck der Hussitenkriege erfolgt Ausbau und Verstärkung der Veste.
1451 Herzog Wilhelm der Tapfere von Sachsen hatte die Veste für 42.000 Gulden an Apel Vitztum verpfändet, der die Rückgabe verweigerte. Erst nach langer Belagerung durch den Herzog konnte die Burg eingenommen werden.
1451 Der Angriff durch Busso Vitztum bleibt erfolglos.
1485 Gemeinsam mit den thüringischen Besitzungen geht die Veste Coburg in den Besitz der ernestinischen Linie, der durch Erbteilung nun in zwei Hauptzweige (ernestinischer und albertinischer) gespaltenen Wettiner über.
Um 1500,
1508 - 1509
Lucas Cranach d. Ä., seit 1505 Hofmaler des sächsischen Kurfürsten Friedrich des Weisen, weilt mehrfach auf der Veste und fertigt diverse Graphiken und Malereien an.
Ab ca. 1530 Mit der Verlegung der Herzogsresidenz in die Ehrenburg (1547) erfolgt der Umbau der multifunktionalen Burg spätmittelalterlichen Gepräges zur Festung.
1530 Während der Zeit des Augsburger Reichstags hält sich Martin Luther, der damals unter päpstlichem Bann und in Reichsacht stand, im Schutz der Veste auf (13. April bis 5. Oktober).
1546 - 1547 Schmalkaldischer Krieg.
1581 Laut Inventar werden 60 Geschütze der Veste sowie Munition durch Kurfürst August von Sachsen "gekauft" und nach Leipzig geschafft.
Ab 1604 Unter Herzog Johann Casimir werden neue Bestandsinventare an Waffen, Gerät und Räumlichkeiten erstellt, neue Geschütze in Nürnberg gekauft sowie die Festungswerke nach modernsten fortifikatorischen Gesichtspunkten verstärkt.
1618 - 1648 Dreißigjähriger Krieg.
1632 Auch die Belagerung der Veste Coburg durch kaiserliche und bayerische Truppen unter Wallenstein bleibt erfolglos. Festungskommandant ist der schwedische Obrist Taupadel. Die Angreifer benutzen unter anderem Mörsergranaten, und die Verteidiger wehren sich mit Handgranaten.
1634 - 1635 Militärisch unnötig ist die Übergabe der Veste nach erneuter Belagerung durch kaiserliche Truppen. Bei den Kämpfen sollen die Verteidiger Sturmtöpfe (mit gepulvertem ungelöschtem Kalk gefüllte Gefäße), Fußangeln, Handgranaten, steinerne Kugeln zum Werfen sowie Pechkränze eingesetzt haben.
ca. 1700 Der fortifikatorische Ausbau der Veste Coburg endet.
1782 - 1860 Das Hohe Haus (Zeughaus) wird als Gefängnis genutzt.
1797 - 1838 Der Graben und der Gegenwall werden eingeebnet.
1802 Die Festungskanonen (ca. 27.000 kg Metallgewicht) werden nach Nürnberg verkauft.
1838 - 1860 Die inzwischen recht verfallene Veste wird zur Schaffung von Wohn- und Museumsräumen unter Herzog Ernst I. von Sachsen-Coburg und Gotha (1784-1844) wiederhergestellt. Für die Umgestaltung der Veste im neugotischen Stil wird der Nürnberger Architekt Heideloff engagiert.
1906 - 1924 Durch den Burgenfachmann und Architekten Bodo Ebhardt wird die Veste erneut umgebaut und restauriert.
1945 Im Zweiten Weltkrieg erleidet die Veste schwere Bau- und Sachschäden durch Artilleriebeschuß.
Ab 1946 Es werden Instandsetzungs-, Restaurierungs- und Konservierungsarbeiten unter der Leitung der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen durchgeführt.

 


Links: