| Gemeinde: | Sinntal |
| Landkreis: | Hanau |
| Grundriß in: | Staatsbauamt Fulda |
| Erbaut: | 1280 erstmals erwähnt |
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Der schwarze Basalt des Hopfenbergs, an dessen Westhang die Burg im Tal der Schmalen Sinn errichtet wurde, soll der Burg den Namen gegeben haben.
Da es weder früh- oder vorgeschichtliche Zeugnisse gibt, nimmt man an,
dass die Anlage kurz vor ihrer ersten urkundlichen Erwähnung - 1280 -
erbaut worden ist und zunächst Reichslehen der Herrn (später Grafen) von
Hanau war.
Die Herren von Hanau benannten damals einen Vogt als Zeugen, den Ritter
"Gotfridus advocatus von Schwarzenfels"
Bauherr und Alter sind ebenso umstritten, wie die Herkunft der
Gerichtsbarkeit, die sich zumindest von einer Gerichtsstätte auf dem
Breiten First ableiten läßt. König Rudolf I. von Habsburg, der sich
um Rückgewinnung des im Interregnum (kaiserlose Zeit 1256-73)
widerrechtlich angeeigneten Reichsgutes bemühte, ernannte Reinhard II.
von Hanau (1227-80) zu seinem Stellvertreter in der Wetterau, mit den
Aufgaben eines Landvogtes. Dieser begann im Kampf mit nach
Reichsunmittelbarkeit strebenden Ritterschaft und verwildertem
Stiftsadel seine politische Hausmacht zwischen den geistlichen
Territorien Fulda und Würzburg durch Gebietserweiterungen auszudehnen.
Um die vom Kerngebiet entfernten Neubesitzungen zu sichern, wurden an
verteidigungsfähigen Plätzen strategische Stützpunkte mit Wehr- und
Wohncharakter angelegt, die das Haus Hanau als Reichslehen erhielt und
zur Wahrnehmung seiner Interessen an Amtmänner und Vögte verlieh.
Jedoch bekamen weitere Vasallen Teile dieser Burg mit samt ihren
dazugehörigen auswärtigen Besitzungen als Lehen.
Damit wurden diese verpflichtet im Verteidigungsfall Beistand zu leisten und
auch für den Unterhalt ihrer Besitzungen aufzukommen. Da manche dieser
Untertanen Teile ihres neu erworbenen Besitzes als
Lehen
ihrerseits weiter gaben, wurden die Eigentumsverhältnisse immer
undurchsichtiger und es kam immer häufiger zu Fehden.
Die bereits im Mittelalter durch Handelsstraßen zugängliche südwestliche Rhön, in der Straßen und Landesgrenzen mit Flußtälern und Gebirgsrändern zusammenfallen, bot mit wald- und wildreichen Gebieten, mit Ackerbau und Viehzucht, durch Erhebung von Wege- und Brückengeldern sowie des Zehnten gute Einnahmen, deren Eintreibung dem Amt oblag.
Schwarzenfels wurde im späten 13. Jahrhundert als
verteidigungsfähiges Verwaltungszentrum und Gerichtssitz der Herren von
Hanau angelegt.
Im Ursprung handelt es sich um eine typische Zungenburg,
wobei in diesem Fall die Schildmauer,
deren Reste heute noch am Bergfried
zu erkennen sind, erst bei der Hauptburg anzutreffen war. Vermutlich
ist dies darauf zurück zu führen, dass sich die ursprüngliche
Anlage auf die Hauptburg beschränkte und die Vorburg erst später
entstand.
Kern der Wehranlage war der 26 m hohe Bergfried (1) mit Schießscharten
und Verließ. Der Kupferstich zeigt ihn mit Aufsatz aus dem 16.
Jahrhundert. Der verfallene Turm wurde 1974/75 wiederhergestellt und
dient als Aussichtsturm.
Die Vorburg ist in ihren wesentlichen Bestandteilen noch recht gut
erhalten, besteht aber überwiegend aus neuzeitlichen Bauelementen.
Die Ruinen der Burgkapelle (Margarethenkapelle), die 1305 und 1311
urkundlich erwähnt wurde, befinden sich in der Hauptburg.
Nördlich vom Bergfried bildete ein vermutlich zweistöckiger, nicht mehr vorhandener Palas (2) die Begrenzung der Hofseite, hier sicher als Amtshaus genutzt. Eine am Westgiebel erhaltene dreiteilige Fensteranlage mit flaschen Rundbogen läßt einen An- oder Umbau des 16. Jahrhunderts vermuten.
Schon früh hatte die Burg eine Kapelle (3). Es war die 1305 und 1311 urkundlich erwähnte Margarethenkapelle. Der erhaltene Bauteil auf quadratischen Grundriß mit flachem Kreuzgratgewölbe, das vn einem kräftigen Rundpfeiler gestützt wird, ist zu besichtigen. Die zur Vorburg hinausführende Rundbogenpforte wurde nöchträglich in das Buckelquadermauerwerk eingebrochen.
Die Siedlung um die Burg bildete sich im 14. Jahrhundert.
Im 16. und 17. Jahrhundert wurde die Burg schlossartig umgebaut, um zusätzlich als Wohnsitz für die Witwe Philipps III. von Hanau, Elena von Pfalz-Simmern, zu dienen:
Von 1605 -1642 war das Schloß neben Verwaltungssitz auch 'Residenz
Graf Albrechts von Hanau-Schwarzenfels und seines Sohnes Johann Ernst.
Eine nicht erhaltene, zur Hauptburg emporführende zweiarmige
Freitreppe, vor dieser ein Brunnen (13) mit Wappenschilden und
Karyatiden sowie ein reich mit Wappenschmuck, korinthischen Säulen und
Relieffiguren verziertes barockes Portal von 1621 (14) zeugen vom Glanz
der neuen Epoche, der freilich nicht lange währte.
Während der letzten Hälfte
des Dreißigjährigen Kriegs verlor die Anlage ihre Bedeutung als
Verwaltungssitz. Gegen dessen Ende teilweise zerstört
und die Hauptburg verfiel anschließend immer mehr, da sich die
Schlossbauten hauptsächlich in Bereich der Vorburg befanden. 1746 entstand ein neues Wohnhaus
(15) in der Vorburg.
Vom Ort Schwarzenfels aus ist die Burg auf gut ausgebauten Wegen bequem zu erreichen.